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Demokratie-Forum Langenfeld: Hannah Arendt: „Die Banalität des Bösen“ und die „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“

„Dieses hätte nie geschehen dürfen. Da ist etwas passiert, womit wir alle nicht fertig werden.“
Das war Hannah Arendts Antwort auf die Fragen ach „Auschwitz“, die Günter Gaus ihr 1964 in dem berühmt gewordenen Fernsehgespräch stellte.
Die deutsch-jüdische Philosophin Hannah Arendt (1906-1975) ist eine der bedeutendsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Bei ihrer Suche nach Gründen für die Gräuel der Nationalsozialisten hat sie 1961 den Prozess gegen den SS-Obersturmbahnführer Adolf Eichmann in Jerusalem beobachtet. Eichmann organisierte die Verfolgung, Vertreibung und Deportation von Millionen Juden und war für deren Ermordung verantwortlich. Was war das für ein Mensch, der das tun konnte? Arendt sah in ihm einen Mann von „ganz ungewöhnlicher Beflissenheit“, einen „gesetztreuen Bürger“, der „normal“ und keine Ausnahme“ war und der keine „teuflisch-dämonische Tiefe“ hatte. Aus dieser Beobachtung prägte sie den Begriff von der „Banalität des Bösen“, weswegen sie heftig kritisiert und angefeindet wurde.
Unter dem Eindruck des Holocaust forschte sie intensiv über die „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ – so der Titel eines monumentalen Buches, das zum Standardwerk geworden ist.
Ihr Fazit: Bei der Frage, „was moderne Menschen so leicht in die totalitäre Bewegung treibt und so gut vorbereitet für totalitäre Herrschaft“, gibt sie eine existentialphilosophisch begründete Antwort: Es „ist die allenthalben zunehmende Verlassenheit“. Die Verbindung der Menschen bricht in Krisen auseinander. So erscheint er totalitäre Herrschaftsapparat „als das einzige worauf wenigstens noch Verlass ist.“
Um die Frage nach dem Bösen, die Psyche der Täter und Vollstrecker, die Machtmechanismen totalitärer Systeme und die Unterwerfungsbereitschaft der Menschen geht es in dem Vortrag. Dabei sollen auch Bezüge zur aktuellen Situation von Gesellschaft und Politik hergestellt werden.
Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Diskussion.


Referent:
Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer ist apl. Professor (em.) für Erwachsenenbildung an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen. Bis zu seiner Pensionierung war er Fachbereichsleiter für Geistes- und Sozialwissenschaften an der Kreisvolkshochschule Viersen. Zahlreiche seiner Bücher haben das Empowerment gegen Stammtischparolen zum Ziel.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Bündnis Wir für Demokratie statt.

Kurstermine 1

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Datum Ort
1 Mittwoch  •  11.11.2026  •  18:00 - 20:00 Uhr
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